GOTTESHAUS

Aus dem Mittelalter ist eine Marienkapelle bezeugt

1291 ist eine Marienkapelle mit einem dazu gehörigen „Frauenaltar“ bezeugt. Wahrscheinlich war es die Schlosskapelle des ortsansässigen Rittergeschlechtes der „Ruckhendorfer“, die 1415 auch ein Messbenefizium stifteten.

 

Gebetserhörungen, wie sie etwa dem Verwalter des nahen Raffelhofes zuteil geworden sind, ließen eine Marienwallfahrt entstehen. Sie überlebte auch in den Zeiten des aufkommenden Protestantismus und wuchs mit der Erneuerung katholischen Lebens in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts mächtig an. Die vorhandene Marienkapelle konnte dem Pilgerandrang in keiner Weise mehr genügen.

Da Roggendorf damals noch zur Pfarre Nappersdorf gehörte, die dem Stift Göttweig inkorporiert war, trat Abt Gregor II. Heller (1648-1669) als Bauherr auf und ließ zwischen 1651 und 1653 die heutige Wallfahrtskirche erbauen. Mit der Ausführung seines großzügig geplanten Werkes beauftragte er aller Wahrscheinlichkeit nach den Italiener Giovanni Angelo Canevale.

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Kirchenschiff von später Renaissance geprägt

So entstand das geostete, querschifflose, hallenartige Gotteshaus als tonnengewölbte Wandpfeilerkirche, die drei Joche zählt und eine beachtliche Höhe aufweist. Der Chorraum, zu dem mehrere Stufen emporführen, ist etwas eingezogen und weist zwei Joche und eine halbkreisförmige Apsis auf.

 

Man betritt die Basilika durch eines der drei Portale, deren Formensprache der späten Renaissancezeit entspricht und an die nicht mehr vorhandenen Schlossbaulichkeiten erinnert. (Das Geschlecht der Ruckhendorfer war noch im 16. Jahrhundert ausgestorben.) Die hohen Seitenwände sind nord- und südseitig durch je drei Doppelfenster gegliedert, wie sie sich – zweifach – auch an den beiden Chorseiten vorfinden.

1695 wurden Teile des Gotteshauses durch einen Brand beschädigt bzw. zerstört. Abt Berthold Mayr (1689-1793) beauftragte hierauf den Mailänder Architekten Carlo Antonio Carlone († 1708) mit der Wiederherstellung bzw. mit ergänzenden Arbeiten: Die Gewölbe mussten erneuert und etwa zwei Meter niedriger aufgesetzt werden. Damals erhielt die Kirche ihr hohes Satteldach von heute. Der Turm musste vom Glockenhaus aufwärts neu gebaut werden – mit eingezogenem Tambour, Helm und Pyramidenschmuck.

Apsis mit Hochaltar als dreiteiliges Kunstwerk

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Was nun die Innenausstattung anbelangt, so fällt auf, dass nirgendwo der Bezug zum Patrozinium „Mariä Geburt“ dokumentiert ist.

 

Der Hochaltar entstammt der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert und besteht aus drei Teilen:

  • Altarmensa mit Tabernakelaufbau

  • an der Apsiswand dahinter das Ölgemälde mit der Darstellung des Pfingstereignisses, ein Werk des „Kremser Schmidt“-Schülers Andreas Rudroff (1744-1819)

  • schließlich die in Secco-Technik ausgeführte Scheinarchitektur, die die übrige Fläche der Apsiswand ausfüllt.

In der Konche, die eine kassettierte Kuppel vortäuscht, sind Gott-Vater und Gott-Sohn zu sehen. Die Darstellung des Hl. Geistes in der Gestalt der Taube gehört bereits dem Hochaltarbild an.

 

Die beiden Bischofsfiguren stellen Papst Gregor d. Großen dar (nordseitig, links), sowie den hl. Altmann von Passau, den Gründer Göttweigs (südseitig, rechts).

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Seitenaltäre mit Kreuzigung Chisti und sterbendem St. Benedikt

Im Schiff der Kirche unter dem Triumphbogen links befindet sich der Seitenaltar mit der Darstellung der Kreuzigung Christi und der büßenden Magdalena. Im Oberbild ist der bereuende Petrus zu sehen. Es handelt sich um ein Werk des Martin Johann Schmidt (1718-1801).

Ihm ist auch der rechte Seitenaltar mit dem Bild des sterbenden hl. Benedikt zu verdanken. Im Aufsatzbild ist dessen Schwester Scholastika zu erkennen.

Historische Kunst und neue Orgel

Bemerkenswert ist auch die Kanzel aus dem Jahr 1657.

 

Gegenüber an der Südwand ist ein Bild des segnenden Christus angebracht, das aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts stammt und noch bis zu den Innenrenovierungen der 1980-er Jahre als Rückbild der Kanzel gedient hat.

 

Nicht vergessen werden darf die am 29. September 1994 geweihte neue Orgel der Basilika. Sie wurde von der Firma Friedrich Heftner in Krems erbaut und ist mit 24 Registern ausgestattet.

So hat Maria in der Roggendorfer Wallfahrtskirche ein Haus erhalten, das ihrer würdig ist – domus dignissima – und dem mehr als nur lokale Bedeutung zukommt. Dem hat der heilige Papst Johannes Paul II. seine Anerkennung nicht versagt und das Gotteshaus am 6. August 1988 zur „Basilica minor“ erhoben.

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